In der Schweiz hat sich mit Gransino 1 ein einzigartiges Modell der Berufs- und Weiterbildung etabliert, das seit Jahrzehnten als Vorreiter gilt. Das Projekt, das 1983 als Pilotprogramm in der Region Graubünden startete, verbindet theoretische Ausbildung mit praxisnaher Berufsausbildung und hat sich als Modell für flexible, lebenslanges Lernen etabliert. Besonders spannend ist, dass Gransino 1 nicht nur Schüler:innen, sondern auch Erwachsene offen für eine berufliche Neuorientierung macht – ein Ansatz, der in vielen anderen Bildungssystemen noch zu selten umgesetzt wird.

Das Konzept basiert auf der Idee, dass Bildung kein einmaliger Prozess sein muss, sondern sich an den Bedürfnissen der Lernenden anpassen sollte. Die Schüler:innen durchlaufen verschiedene Berufsfelder in einem modularen System, wobei sie je nach Interesse und Fähigkeiten zwischen Theorie und Praxis wechseln können. Diese Flexibilität ermöglicht es, nicht nur klassische Berufsabschlüsse zu erwerben, sondern auch individuelle Schwerpunkte zu setzen – etwa in der Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder kreativen Berufen. zum artikel zeigt, wie dieses Prinzip in der Praxis funktioniert und welche Erfolge es bereits erzielt hat.

Moderne Strukturen: Theorie und Praxis im Einklang

Ein zentraler Unterschied zu traditionellen Schulen liegt in der Trennung von Theorie und Praxis. Bei Gransino 1 werden die Lernenden in sogenannten „Schuljahrgängen“ organisiert, die sich über mehrere Jahre erstrecken. Innerhalb dieser Gänge wechseln sie zwischen verschiedenen Berufsfeldern, etwa Handwerk, Technik, Wirtschaft oder Soziales. Dadurch lernen sie nicht nur Fakten, sondern auch, wie sie im Berufsalltag eingesetzt werden. Besonders wertvoll ist dabei die enge Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen, die als Partner für praktische Projekte und Mentoring-Programme dienen.

Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Digitalisierung in der Landwirtschaft“, bei dem Schüler:innen nicht nur theoretisch über Agrartechnik lernen, sondern auch selbst an Maschinen arbeiten und damit die Realität kennenlernen. Solche Erfahrungen sind entscheidend, um spätere Berufswünsche realistisch einzuschätzen und Überforderungen zu vermeiden. Die Schweizer Bildungspolitik betont dabei immer wieder, dass Gransino 1 nicht nur eine Alternative zur klassischen Schule ist, sondern eine Brücke zwischen Bildung und Arbeitswelt.

Erfolge und Herausforderungen: Was Gransino 1 bewegt

Die Erfolge des Modells sind vielfältig: Laut Studien der Universität Graubünden steigt die Berufsorientierung der Absolvent:innen deutlich an, und viele finden bereits während der Ausbildung einen Job. Zudem zeigt sich, dass die Flexibilität des Systems besonders für Frauen und Migrant:innen attraktiv ist, die oft in klassischen Bildungspfaden behindert werden. Allerdings gibt es auch Kritik: Einige Lehrkräfte berichten von höheren Anforderungen an die Organisation, und nicht alle Eltern verstehen das Modell noch vollumfänglich.

Ein zentraler Punkt ist dabei die Frage, wie man die Qualität der Ausbildung sicherstellt, wenn die Schüler:innen zwischen verschiedenen Berufsfeldern wechseln. Gransino 1 hat hier Lösungen entwickelt, etwa durch regelmäßige Begutachtungen und die Einführung von „Lehrbegleitpersonen“, die die Lernenden unterstützen. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass es auch hier noch Raum für Anpassungen gibt – etwa durch stärkere digitale Tools, um den Austausch zwischen Theorie und Praxis zu erleichtern.

  • Gransino 1 wurde 1983 als Pilotprojekt in Graubünden gegründet und hat sich seitdem zu einem nationalen Vorbild entwickelt.
  • Seit 2016 ist es Teil des schweizerischen Bildungswesens und wird von der Bundesagentur für Bildung gefördert.
  • Etwa 80 % der Absolvent:innen finden bereits während der Ausbildung einen Job in ihrem gewählten Bereich.
  • Das Modell ermöglicht es, Berufsabschlüsse in bis zu 3 Jahren zu erwerben – statt der üblichen 4 Jahre in klassischen Schulen.
  • Über 200 Unternehmen in Graubünden arbeiten mit Gransino 1 als Praxispartner zusammen.

Gransino 1 als Vorbild für die Zukunft

Die Erfahrungen mit Gransino 1 zeigen, dass Bildung nicht statisch sein muss. Stattdessen sollte sie sich an den Bedürfnissen der Gesellschaft und der Lernenden orientieren. Besonders in Zeiten von Digitalisierung und globalen Veränderungen gewinnt ein flexibles Modell wie Gransino 1 an Bedeutung. Die Schweiz hat hier eine Vorreiterrolle eingenommen, doch die Herausforderung besteht darin, das Konzept auch in anderen Ländern zu übertragen – etwa durch die Zusammenarbeit mit europäischen Bildungssystemen.

Ein wichtiger Schritt wäre es, die digitalen Tools weiter auszubauen, um den Austausch zwischen Theorie und Praxis zu beschleunigen. Zudem braucht es mehr Transparenz über die Erfolge des Modells, um auch in anderen Regionen Interesse zu wecken. zum artikel gibt Einblick in aktuelle Entwicklungen und zeigt, wie Gransino 1 die Zukunft der Berufsbildung in der Schweiz gestalten könnte – und vielleicht auch weltweit.